Freitag, 7. August:
Bayreuth
Natürlich, das muss sein. Auch wenn uns mit Wagner, Wieland dem Schmied und Operndiven wenig verbindet, haucht die Stadt genug Kultur und Geschichte, um besucht zu werden. In der Touristeninformation kann man wählen zwischen einem kostenlosen Stadtwanderplan mit eigentlich gar keinen Informationen, einem etwas besseren Stadtplan für 10 Euro und einem Marco-Polo-Druckerzeugnis für 14 Euro, welches auch noch etliche andere fränkische Sehenswürdigkeiten umfasst. Da wir Fans von bedrucktem Papier als Stadtführer sind – nichts finde ich übler, als mit vier Kameras durch die Gegend zu rennen und zusätzlich auf ein Smartphone zu glotzen! –, gönnen wir uns also die teuerste Variante.
Bayreuth ist am Ende kleiner, als man es von Wagner gewohnt ist. Durch die Stadt zieht sich ein „Walk of Wagner“, der an vielen Stellen kleine, zum Teil sehr humorvolle Geschichten aus Wagners Wirken, den Problemen mit seinen Künstlern, den technischen Raffinessen seiner Aufführungen usw. schildert. Wir haben zum Teil herzlich gelacht, also Augen auf – es lohnt sich! Und die Stimmung in Bayreuth ist sehr entspannt und lässig. So „undeutsch“.
Wir laufen durch den Hofgarten, vorbei an Haus Wahnfried, in diverse Kirchen und zum Abschluss noch ins kleine, aber sehr schön gemachte Urwelt-Museum, in dem man sich über die Geologie Frankens kundig machen kann, Versteinerungen bestaunt und von den gezeichneten Figuren Graf Basti und seinem Sidekick begleitet wird, die gerade leider aussortiert werden … Es gibt dort einen begehbaren Goldkristall und – unbedingt ausprobieren! – eine Zeitmaschine durch diverse Erdzeitalter.
Abends hören wir im Gespräch mit unser Vermieterin eine kleine Anekdote rund um den Weinanbau in Zeil: Durch den Klimawandel wird es langsam möglich, in Franken nicht nur sehr trockene, essignahe Weißweine, sondern sogar Rotweine, Rosés und einen sogenannten „Rotling“ zu produzieren. Ein lokal sehr bekannter Winzer hatte allerdings andere Pläne und seinen (sogar prämierten!) Rotling mit Rote-Beete-Saft gefärbt. Nachdem das aufgeflogen war, wurden Unmengen Wein in die Kanalisation geschüttet; das lokale Klärwerk hatte es aber nicht geschafft, die Rote-Beete-Farbe zu filtern, weshalb es danach Beschwerden über die seltsame rote Farbe des Trinkwassers gab. Also hat man den Restwein in der ganzen Gegend verteilt ins Wasser geleitet, um eine ausreichende Verdünnung der Farbe zu gewährleisten …















