Mittwoch, 5. August:
Bamberg (Der Franke sagt „Bambärch“ mit einem rollenden „r“.)
Wir haben schon etliche Städtchen gesehen oder von solchen gehört, bei denen man sich bereits vorab oder eben hinterher sagt: Muss man nicht gesehen haben.
Wenn man aber in Franken und in der Nähe von Bamberg ist, dann wäre es wirklich dumm, Bamberg nicht besucht zu haben. Wir parken im Parkhaus „Schützenstraße“, denn die anderen überdachten Parkgelegenheiten in der Stadt haben zum Teil wirklich gruselige Bewertungen, was Preis und/oder Zustand betrifft. Und in der Sonne stehen lassen muss man das Gefährt bei den aktuellen Wetterbedingungen auch nicht – es reicht, wenn man den eigenen Körper unter der glühenden Sonne durch die Gegend bewegt.
Die Touristeninformation versorgt uns mit einer angemessenen Auswahl an Kartenmaterial. Beim Anstehen am Schalter ertönt unerwartet eine Stimme von rechts und verkündet, dass man sich zum Bezahlen auch in diese Richtung bewegen könnte. An diesem Schalter angekommen, finden der Touristeninformateur und ich auch schnell das Problem: Er sitzt im anthrazitfarbenen Shirt vor einer im unteren Teil anthrazitfarbenen Wand, und sein heller Kopf verschmilzt optisch mit dem darüberliegenden helleren Hintergrund. Wir überdenken kurz gemeinsam Ansätze für eine Problemlösung – z. B. Shirts in Bamberg-Rot – und verabschieden uns dann fröhlich.
Und dann geht es kreuz und quer durch die wirklich schöne Innenstadt. Vorbei am und durchs Rathaus, aus dem ein Bein herausschaut; durch Klein Venedig; an vielen alten und nicht so alten Häuschen entlang durch gerade noch erträgliche Besucherströme. Wir sind ja auch ein Teil des Stroms, also keine Beschwerde unsererseits!
Wir wagen sogar den Aufstieg zum Michaelsberg – Bamberg ist mittelschwer hügelig, also eigentlich gut zu bewältigen, aber die Sonne, die Sonne! – und stellen fest, dass die Klosteranlage St. Michael derzeit wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen und die Kirche auch nur von Freitag bis Sonntag in einem kleinen Zeitfenster zu besichtigen ist. Na gut, dann tut es eben der wunderbare Blick über die Stadt, und wir ärgern uns keinesfalls. Es ist ja Urlaub!
Hatte ich schon erwähnt, dass man Bamberg gesehen haben sollte? Die Neue Residenz und Schloss Seehof bei Bamberg lassen wir aus in der Hoffnung, beides in der kommenden Woche noch besichtigen zu können …



















