Donnerstag, 6. August:
Burgruine Bramberg und Aussichtspunkt Kleine Hohe Wann
Wir haben uns mittlerweile unbewusst, aber sinnvoll in einen Rhythmus aus Städtetour – Landschaft – Städtetour – Landschaft eingeschwungen. Heute ist Landschaftstag. Frau R.’s Fuß verliert so nach und nach seine imposanten Farben, gewinnt dafür seine alte Form und Funktionsfähigkeit zurück. Vorsicht ist trotzdem geboten; also keine stundenlangen Wanderungen, sondern diesmal eine Burgruine mit einem 400 Meter entfernten Wanderparkplatz. 400 Meter können übrigens lang sein, wenn sie steil sind, die Kondition im Alter langsam zu wünschen übrig lässt, der Fuß sich langsam wieder an Belastung gewöhnen will und die Sonne selbst im Wald noch Wirkung zeigt …
Unser Teil von Franken ist in weiten Teilen mäßig bergtalig, aber punktuell kommt dann so ein Hubbel, den man irgendwie unterschätzt. Und der auch noch ein alter Vulkan ist. Weshalb man dort vor langer Zeit Basalt abgebaut hat; jedenfalls bis zu dem Moment, als man merkte, dass die danebenliegende Burgruine ins Rutschen kam. Dann hat man dankenswerterweise den Abbau eingestellt, und wir sind nicht umsonst auf den Hügel gekrochen.
Die Burgruine ist nämlich zwar so ruinig, wie man sich das bei einer Ruine vorstellt, aber auch wieder besser erhalten, weshalb man einige Treppen und einen Aussichtsturm hoch- und runtertollen kann und von oben eine für alles Leid belohnende Aussicht über die Gegend hat. Aber irgendwann ist dann genug Aussicht im Kopf, und es zieht einen weiter.
Nach dem steilen Aufstieg und der Rückkehr zum Auto suche ich uns, weil noch ausreichend Tag übrig ist, einen weiteren vielversprechenden Punkt in der Landschaft, nämlich den Aussichtspunkt Kleine Hohe Wann.
Ich sag’ mal so: Man hätte es wissen können. Aussichtspunkte sind selten in Tälern. Über die letzten recht steilen 150 Meter möchte ich nicht reden. Aber wir haben es beide geschafft nach oben. Meine Aufstiegstechnik war so simpel wie effektiv: seitwärts, als ob man mit Ski nach oben steigen müsste. Und dabei den unverletzten Fuß – den „Hangfuß“ sozusagen – belasten. Und es war Aussicht da sowie die Gewissheit, dass der Weg zum Auto zur Not auch bergab kugelnd bewältigt werden könnte, falls die Beine versagen sollten.
Wir belohnen uns mit Kuchen und einem gemütlichen Restnachmittag im Häuschen.















