Blick über Zeil am Main von der Käppele aus

Franken, Zeil am Main 2026

Donnerstag, 6. August:
Burgruine Bramberg und Aussichtspunkt Kleine Hohe Wann

Wir haben uns mitt­ler­weile unbe­wusst, aber sinn­voll in einen Rhyth­mus aus Städ­te­tour – Land­schaft – Städ­te­tour – Land­schaft ein­ge­schwun­gen. Heute ist Land­schafts­tag. Frau R.’s Fuß ver­liert so nach und nach seine impo­san­ten Far­ben, gewinnt dafür seine alte Form und Funk­ti­ons­fä­hig­keit zurück. Vor­sicht ist trotz­dem gebo­ten; also keine stun­den­lan­gen Wan­de­run­gen, son­dern dies­mal eine Burg­ruine mit einem 400 Meter ent­fern­ten Wan­der­park­platz. 400 Meter kön­nen übri­gens lang sein, wenn sie steil sind, die Kon­di­tion im Alter lang­sam zu wün­schen übrig lässt, der Fuß sich lang­sam wie­der an Belas­tung gewöh­nen will und die Sonne selbst im Wald noch Wir­kung zeigt …

Unser Teil von Fran­ken ist in wei­ten Tei­len mäßig berg­ta­lig, aber punk­tu­ell kommt dann so ein Hub­bel, den man irgend­wie unter­schätzt. Und der auch noch ein alter Vul­kan ist. Wes­halb man dort vor lan­ger Zeit Basalt abge­baut hat; jeden­falls bis zu dem Moment, als man merkte, dass die dane­ben­lie­gende Burg­ruine ins Rut­schen kam. Dann hat man dan­kens­wer­ter­weise den Abbau ein­ge­stellt, und wir sind nicht umsonst auf den Hügel gekrochen.

Die Burg­ruine ist näm­lich zwar so rui­nig, wie man sich das bei einer Ruine vor­stellt, aber auch wie­der bes­ser erhal­ten, wes­halb man einige Trep­pen und einen Aus­sichts­turm hoch- und run­ter­tol­len kann und von oben eine für alles Leid beloh­nende Aus­sicht über die Gegend hat. Aber irgend­wann ist dann genug Aus­sicht im Kopf, und es zieht einen weiter.

Nach dem stei­len Auf­stieg und der Rück­kehr zum Auto suche ich uns, weil noch aus­rei­chend Tag übrig ist, einen wei­te­ren viel­ver­spre­chen­den Punkt in der Land­schaft, näm­lich den Aus­sichts­punkt Kleine Hohe Wann.

Ich sag’ mal so: Man hätte es wis­sen kön­nen. Aus­sichts­punkte sind sel­ten in Tälern. Über die letz­ten recht stei­len 150 Meter möchte ich nicht reden. Aber wir haben es beide geschafft nach oben. Meine Auf­stiegs­tech­nik war so sim­pel wie effek­tiv: seit­wärts, als ob man mit Ski nach oben stei­gen müsste. Und dabei den unver­letz­ten Fuß – den „Hang­fuß“ sozu­sa­gen – belas­ten. Und es war Aus­sicht da sowie die Gewiss­heit, dass der Weg zum Auto zur Not auch bergab kugelnd bewäl­tigt wer­den könnte, falls die Beine ver­sa­gen sollten.

Wir beloh­nen uns mit Kuchen und einem gemüt­li­chen Rest­nach­mit­tag im Häuschen.

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