Sonntag, 2. August:
Fluß und Teiche am Main
Nach einer längeren Nachtruhe und einer gründlichen Inspektion des linken Hinterhufs (Oder heißt es „Unterhuf“ wegen des aufrechten Gangs?) ist Frau R. überzeugt, einen kleinen, langsamen Spaziergang in der Natur überleben zu können. Und der Praxistest für den Gummistrumpf steht noch an.
Ich suche uns am gegenüberliegenden Main-Ufer eine Teichlandschaft in der Nähe von Knetzgau, in der wir einem kurzen Lehrpfad folgen, von einem Vogelbeobachtungspunkt Vögel beobachten und einen Angelteich umwandern. Über diesen Angelteich führt eine Brücke; an den Brückenpfeilern hängen Schilder, dass, wenn man unter der Brücke parkt, grillt, campt, zeltet und alles mögliche andere macht, sein Auto sowie seine Erstgeborenen verliert usw. Konsequenterweise stehen deshalb unter der Brücke mehrere Zelte, Fahrzeuge und mindestens ein Grill, der darauf wartet, den Fisch der dazugehörigen Anglerausflugsgruppe zu erhitzen.
Später stellen wir direkt am Main unter der selben Brücke unser Auto neben ein bereits geparktes Fahrzeug in den Schatten. Der Fahrer kommt just in diesem Augenblick vorbei; auf die Frage, ob die Schilder ernst zu nehmen seien, antwortet er: „Dann hätte in der Gechend niemand mehr ei Audo.“ Verstanden. Danke.
Wir laufen kurz bis zu einer Schleuse, finden das Ensemble aber so unspannend, dass wir darauf weder Zeit noch Gedanken verschwenden. Zurück geht es ins Häuschen, wo ein Rucksack voll Bücher darauf wartet, abgearbeitet zu werden.
Der Fuß ist immernoch dick und wechselt die Farben (also jetzt nicht ständig je nach Lichteinstrahlung oder stimmungsabhängig wie beim Kalmar; schade eigentlich …), bessert sich aber sichtbar. Gummistrumpftest sehr erfolgreich verlaufen! Am Abend stolziert nach einer kleinen Klopperei im Gebüsch eine grau getigerte Katze an uns vorbei, behandelt uns aber gebührend, ignoriert uns also vollkommen. Egal: Katze, also gültiger Tag.



