Fazit:
Die Einrichtung unseres Domizils sieht schon auf der Ferienhausbuchungsplattform rustikal aus, und wir werden dahingehend alles andere als enttäuscht: Es ist wie ein Zeitsprung in die 70er Jahre, Gelsenkirchener Barock trifft auf Kronleuchter, dunkel getäfelte Wände und Decken und dutzende Nippesfiguren, Vasen, pseudoanktike Uhren … Allerorten im Haus gibt es Informationsmaterial gedruckt, in mindestens zwei Schränken und noch mindestens weiteren vier Aufstellern. Kiloweise. Teilweise nach Städten oder Anlaufpunkten sortiert in Klarsichthüllen. Zusätzlich wartet ein opulentes, mehrsprachiges Buchregal auf, in dem auch Videos für die langweiligeren Tage zu finden sind. Darunter zum Beispiel „Alien“ Teil 1 bis 3 – auf VHS-Kassetten!
Der in der Urlaubsunterkunftbeschreibung erwähnte Pool fehlt, ebenso der Meerblick, mit dem wir in Franken selbst in Hanglage in der Nähe des Mains nicht gerechnet hätten. Aber unsere Unterkunft bleibt ohne Klimaanlage die ganze Zeit im erträglichen Temperaturbereich, und dafür verzichten wir gern auf ein Planschbecken.
Fast täglich schleichen eine dunkelgraue bzw. eine hellgrau getigerte Katze durch den Garten, aber nur zur kurzen Inspektion. Auch beinahe täglich bekommen wir eine Fledermaus-Flugshow direkt über unserer Terrasse.
Die ganze Gegend ist staubtrocken. In unseren zwei Wochen Urlaub gewittert es für fünf Minuten, und es fallen drei Tropfen Regen. Das übliche dumpfe Geräusch von Waldwegen ist einem stetigen Knistern, Knirschen und Rascheln gewichen, nirgendwo steht in der Natur eine Pfütze, und kleinere Bäche gibt es auch keine mehr. Es ist ein verdammt trockener Sommer.
Die Leute in der Gegend sind nett, die Nachbarn grüßen uns vom ersten Tag an. Geblinkt wird auch wieder sehr selten, egal ob an Kreuzungen oder in Kreisverkehren. Aber das kennen wir ja schon aus der Eifel und von anderswo …