Donnerstag, 6. August:
Gebrauchttag mit Abstecher
Beim Blick in den Spiegel meldet mein bereits vor dem Urlaub angeschlagenes rechtes Auge, dass es heute zu einem Augenarzt gebracht werden möchte. Wenn man das eigene Augenlid ständig im Blickfeld hat, dann wird es eben Zeit …
In Regen gibt es ein paar Augenärzte. Der erste hat theoretisch geöffnet, ist praktisch aber im Urlaub. Der zweite hat donnerstags immer geschlossen. Ich verliere so langsam die Reste meiner Urlaubslaune und rufe auf gut Glück eine Praxis in – tattaa! – Deggendorf an. Nach einer ersten telefonischen Standpauke gewährt man mir eine Audienz, wenn ich es schaffe, in Formel-1-Geschwindigkeit vorbeizukommen.
Die Warte- und Behandlungszeit liegt dann allerdings auch rekordverdächtig bei ca. einer Stunde, wir müssen noch nicht einmal die Kurzparkuhr neu füttern. Ich verbringe eine geradezu vergnügliche Wartezeit im Wartezimmer der Augenarztpraxis. Während ich vorgebe zu lesen, tauche ich in das Lokalkolorit einer Arztpraxis in einer bayerischen Kleinstadt ein. Dabei verbessert sich mein Verständnis des lokalen Dialekt merklich. Und ich stelle fest: Die kochen auch nur mit Wasser. 😉
Den angebrochenen Tag versuche ich, mit einem Ausflug nach Rinchnach zu retten, eine Kleinstadt zwischen Regen und Fratersdorf, welche sich als Fledermausstadt bezeichnet. Wir finden einen „Fledermauslehrpfad mit Spielplatz“, fahren diesen auch an, stellen fest, dass der Pfad ca. 100 Meter lang ist (was nicht wirklich schlimm ist, aber der in den Lehrpfad integrierte Spielplatz ist von schreienden Kindern überfüllt, was bei mir erhebliches Unbehagen verursacht), strawanzen deshalb noch ein wenig durch den Wald und fahren dann wieder heim zu Lektüre und Schmackofatz, welches ich kurzentschlossen in Rinchnach organisiere. Die Bäcker dort haben zwar nach 12 Uhr geschlossen, aber ein Wirtshaus verkauft mir freudig mehrere Riesenstücke Kuchen to Go. Jippie!