Baye­ri­scher Wald 2020

Frei­tag, 14. August 2020:
Gro­ßer Pfahl bei Viech­t­ach und Burg­ruine Alt­nuß­berg

Eigent­lich soll es heute gut schüt­ten, aber das Wet­ter wei­gert sich, dem Wet­ter­be­richt zu fol­gen. Es ist schwül, aber tro­cken. Wir impro­vi­sie­ren und fah­ren zuerst nach Viech­t­ach, unge­fähr 15 Kilo­me­ter weg von Fra­ters­dorf. Die Stadt preist sich selbst als „Genuss­stadt“ mit vie­len Museen an. In Viech­t­ach besu­chen wir das nicht allzu große, über einem Laden gele­gene „Kris­tall­mu­seum“, kau­fen anschlie­ßend im am wei­tes­ten ent­fern­ten Bäcker – die in der Innen­stadt machen wie schon befürch­tet auch alle mit­tags zu – Bröt­chen und Süß­kram, und mehr gibt es eigent­lich schon nicht zu erzäh­len. Außer, dass im ört­li­chen EDEKA seit ges­tern ein Leer­gut­au­to­ma­ten steht, wel­cher Kun­dende und Mit­ar­bei­tende glei­cher­ma­ßen über­for­dert und mir am Ende einer Schlange aus ins­ge­samt drei Per­so­nen eine War­te­zeit von zehn Minu­ten ver­schafft. Dass die Kas­sie­re­rin mei­nen Pfand­bon abschlie­ßend mit einem „Nur zurück? Alle wol­len immer nur Geld zurück!“ abfer­tigt, ist dann schon fast wie­der lus­tig.

Wir hat­ten uns von Viech­t­ach mehr ver­spro­chen und haben jetzt immer noch viel Zeit. Also geht es wei­ter zum Gro­ßen Pfahl, einer Stein­for­ma­tion (siehe dazu den 9.8.), die sich auch neben Viech­t­ach aus dem Boden erhebt. Just dort kommt es wie­der zu einem Gewit­ter­schauer, aber auch da blei­ben wir wei­test­ge­hend tro­cken und guten Mutes.

Des­halb wird die letzte Etappe ein spon­ta­ner Aus­flug zur eben­falls in der Nähe gele­ge­nen Burg­ruine Alt­nuß­berg bei Gei­ers­thal. Diese Burg wurde bereits Ende des 15. Jahr­hun­derts geschleift und erst ab dem Anfang der 1980-er Jahre wie­der aus­ge­gra­ben. Ein Ver­ein küm­mert sich um Erhalt und teil­wei­sen Wie­der­auf­bau. Der fünf­eckige Berg­fried steht kom­plett wie­der und bie­tet von oben eine wun­der­schöne Rund­um­sicht. Am Fuß der Burg­ruine gibt es auch eine kleine Wirt­schaft mit Bier­gar­ten, aber wir hat­ten ja schon süße Teil­chen beim Bäcker gekauft – des­halb fah­ren wir gen Häus­chen und schlie­ßen den Rest des Tages mit Büchern ab.

Zum Abend­brot will ich flink unsere Hen­kers­mahl­zeit in Teis­nach besor­gen. Somit rolle ich in Fra­ters­dorf bei fast noch Son­nen­schein los und komme drei Kilo­me­ter wei­ter tal­wärts in einen rich­tig def­ti­gen Wol­ken­bruch, der das Pro­blem mit dem stau­bi­gen Auto sofort löst und mir tie­fen Respekt vor dem Wort „Wet­ter­um­schwung“ ver­schafft.

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