Montag, 3. August:
Mistwetter
Ein kleines Malheur mit Frau R.’s Lesebrille sorgt für einen morgendlichen Abstecher zu Fielmann ins etwa 20 Kilometer entfernte Deggendorf. Dort poliert man flink eine Scharte aus, wir überfallen noch die lokale Touristeninfo und reisen dann wieder zurück gen Ferienhaus.
Wie schon vorhergesagt, wird das Wetter heute und morgen alles andere als outdoorgeeignet. Wir rollen kurz nach Ruhmannsfelden und suchen den EDEKA sowie den Bäcker Mader auf, um uns für die nächsten Tage mit allem zu versorgen, was wichtig ist – also Brötchen und Kuchen, Wasser sowie Vegetarierfutter für Frau R. Ansonsten bleibt der Tag den Büchern, diesmal auf der Couch, denn unter dem Haus ist es etwas frisch. Und wer bis zu dieser Stelle noch gezweifelt hat, dass eine Lesecouch essentielle Voraussetzung für einen gelungenen Urlaub ist, der ist sicherlich jetzt eines besseren belehrt.
Wir lernen endlich auch den Herren des Hofes kennen, plauschen miteinander, erledigen den Papierkram und werden mit einer Begrüßungsdosis lokalen Biers – Falter Lager und Hell, beides sehr süffig – versorgt. Er bemüht sich auch, hochdeutsch zu sprechen, was aber gar nicht nötig ist. Schließlich möchte ich auch linguistisch in meinem Urlaubsland ankommen und habe mir sogar schon angewöhnt, zum Gruß ein zünftiges „Servus!“ erschallen zu lassen. „Grüß Gott“ wäre Blasphemie und bei „Pfüerti“ wird die Aussprache doch etwas feucht.