Freitag, 14. August:
Großer Pfahl bei Viechtach und Burgruine Altnußberg
Eigentlich soll es heute gut schütten, aber das Wetter weigert sich, dem Wetterbericht zu folgen. Es ist schwül, aber trocken. Wir improvisieren und fahren zuerst nach Viechtach, ungefähr 15 Kilometer weg von Fratersdorf. Die Stadt preist sich selbst als „Genussstadt“ mit vielen Museen an. In Viechtach besuchen wir das nicht allzu große, über einem Laden gelegene „Kristallmuseum“, kaufen anschließend im am weitesten entfernten Bäcker – die in der Innenstadt machen wie schon befürchtet auch alle mittags zu – Brötchen und Süßkram, und mehr gibt es eigentlich schon nicht zu erzählen. Außer, dass im örtlichen EDEKA seit gestern ein Leergutautomaten steht, welcher Kundende und Mitarbeitende gleichermaßen überfordert und mir am Ende einer Schlange aus insgesamt drei Personen eine Wartezeit von zehn Minuten verschafft. Dass die Kassiererin meinen Pfandbon abschließend mit einem „Nur zurück? Alle wollen immer nur Geld zurück!“ abfertigt, ist dann schon fast wieder lustig.
Wir hatten uns von Viechtach mehr versprochen und haben jetzt immer noch viel Zeit. Also geht es weiter zum Großen Pfahl, einer Steinformation (siehe dazu den 9.8.), die sich auch neben Viechtach aus dem Boden erhebt. Just dort kommt es wieder zu einem Gewitterschauer, aber auch da bleiben wir weitestgehend trocken und guten Mutes.
Deshalb wird die letzte Etappe ein spontaner Ausflug zur ebenfalls in der Nähe gelegenen Burgruine Altnußberg bei Geiersthal. Diese Burg wurde bereits Ende des 15. Jahrhunderts geschleift und erst ab dem Anfang der 1980-er Jahre wieder ausgegraben. Ein Verein kümmert sich um Erhalt und teilweisen Wiederaufbau. Der fünfeckige Bergfried steht komplett wieder und bietet von oben eine wunderschöne Rundumsicht. Am Fuß der Burgruine gibt es auch eine kleine Wirtschaft mit Biergarten, aber wir hatten ja schon süße Teilchen beim Bäcker gekauft – deshalb fahren wir gen Häuschen und schließen den Rest des Tages mit Büchern ab.
Zum Abendbrot will ich flink unsere Henkersmahlzeit in Teisnach besorgen. Somit rolle ich in Fratersdorf bei fast noch Sonnenschein los und komme drei Kilometer weiter talwärts in einen richtig deftigen Wolkenbruch, der das Problem mit dem staubigen Auto sofort löst und mir tiefen Respekt vor dem Wort „Wetterumschwung“ verschafft.