North Mars­ton 2017

Frei­tag, 18.08.2017: Strat­ford-upon-Avon

Heute soll es tro­cken blei­ben, und so fal­len wir zei­tig genug aus dem Bett für eine grö­ßere Tour. Nach dem Früh­stück hole ich noch flink die vor­be­stell­ten Sco­nes und Bröt­chen im Dorf­la­den ab. Die­ser hat übri­gens nur einen bezahl­ten Chef und wird ansons­ten wie bereits beschrie­ben von Frei­wil­li­gen betrie­ben, eben damit eine Ein­kaufs­mög­lich­keit im Dorf erhal­ten bleibt. Geöff­net ist er wochen­tags von 7 bis 19 Uhr, sams­tags und sonn­tags von 9 bis 12 Uhr. Coole Sache!

In Strat­ford-upon-Avon nut­zen wir wie­der einen gro­ßen Park-and-Ride-Platz (Bish­op­ton; Tagespark­ge­bühr 1 Pfund, wenn man nach 9 Uhr ankommt, und der Bus­trans­fer ins Stadt­zen­trum und zurück kos­tet für zwei Per­so­nen zusam­men 3 Pfund).

Wäh­rend der Bus­fahrt zieht eine dunkle Wolke auf, und die ers­ten 30 Minu­ten im Städt­chen wer­den etwas feucht. Ich habe auch noch meine Jacke im Häus­chen ver­ges­sen, stehe also nur im T‑Shirt in der zugi­gen Nässe. Noch am über­le­gen, ob ich das toll finde, lei­tet mich Frau R. sanft in Rich­tung eines Ladens, in dem man u. U. eine Regen­ja­cke kau­fen könnte. Der sanfte Rich­tungs­hin­weis lau­tete: „Dort drü­ben gibt es Hüte.“ Jedoch kommt es anders, 5 Minu­ten spä­ter sitzt ein neuer, fescher Hut für 6 Pfund aus dem Son­der­an­ge­bot auf mei­nem Kopf, und das Wet­ter passt sich unver­züg­lich der neuen Situa­tion an – die Sonne erscheint, und für den Rest des Tages bleibt es dann tat­säch­lich tro­cken. 🙂 Wes­halb das bei Herrn H. als „Dort drü­ben gibt es Regen­ja­cken.“ ange­kom­men ist, weiß ich nicht. Wahr­schein­lich war er auf eine Über­ra­schung aus. Ich war kurz davor, mir etwas aus Tweed zu kau­fen, was trotz der Som­mer­schluss­ver­kauf-Son­der­preise aber am Preis geschei­tert ist.

Strat­ford-upon-Avon heißt vor allem: Shake­speare hier, Shake­speare da, Shake­speare über­all. Wir haben mit Shake­speare aller­dings nicht allzu viel am Hut (haha!), schauen uns lie­ber die gan­zen alten Häus­chen in der Stadt an und schnu­deln rund ums Royal Shake­speare Theatre an der Avon ent­lang. Nicht ein­mal das Grab von Shake­speare neh­men wir mit, obwohl wir in der pas­sen­den Kir­che einen Zwi­schen­halt machen. Banau­sen sind wir, jawohl! Aller­dings ver­misse ich ein wenig die Pan­to­mi­men oder wenigs­tens „leben­den Sta­tuen“, die Shake­speare dar­stel­len. Wenigs­tens werde ich von einem Schwan beglei­tet. Aber den (wie­der in äußerst gro­ßer Anzahl anwe­sen­den) asia­ti­schen Tou­ris­ten gefällt es auch ohne Shake­speare-Dar­stel­lern. Die fie­sen Auto­bahn­kreis­ver­kehre sind heute nicht mein Ding; die sechste zwei­spu­rige Aus­fahrt in Rich­tung Häus­chen muss ich des­halb drei­mal ansteu­ern, bevor ich sie dann wirk­lich treffe. Der Kreis­ver­kehr war übri­gens 3‑spurig, und die 5. Aus­fahrt bei Links­ver­kehr im Fei­er­abend­ver­kehr zu tref­fen, ist nicht ein­fach! Und ich falle mal wie­der auf Prof. Inge’s Stan­dard­falle her­ein, weil sie mich kurz vorm Heim, wenn ich schon etwas unkon­zen­triert bin, auf einer bestimm­ten gera­den Straße immer nach rechts schickt, obwohl ich eigent­lich gera­de­aus fah­ren muss …

Zurück zu Hause ist es zu frisch für die Ter­rasse, also heißt die Devise: Lese­sofa.

Rachel und Pete waren übri­gens auch noch nie in Strat­ford-upon-Avon, und Pete meint, dass ich ihm viel­leicht mal ein Aus­flugs­pro­gramm durch seine Hei­mat zusam­men­stel­len könnte …

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