Schwarzwald 2021

Freitag, 6. August:
Konstanz

Heute war­tet auf uns eine Gut­wet­ter­in­sel, und wir nut­zen die Chance für einen Besuch in Kon­stanz am Boden­see. Vor­her geht es noch kurz zum Bäcker Schmid in Löf­fin­gen, des­sen Back­werk wir vom ers­ten Tag an schät­zen gelernt haben und wo wir mitt­ler­weile kein Auf­se­hen mehr erregen.

Die alte Stadt Kon­stanz mit drei Län­dern an den Ufern des Boden­sees wuselt an allen Ecken vor sich hin, Besu­cher und Ein­hei­mi­sche schie­ben sich durch die Stra­ßen und Gas­sen, man bekommt kaum den Blick nach unten wegen all der alten, schö­nen Fas­sa­den. Wir könn­ten einen Schritt in die Schweiz machen, dre­hen fünf­zig Meter vor der Grenze aber wie­der um – unge­fähr dort, wo Georg Elser bei sei­nem Flucht­ver­such ver­haf­tet wurde –, über­que­ren dann den Rhein, zie­hen uns schnell noch eine kleine Kel­ten­aus­stel­lung im Archäo­lo­gi­schem Museum rein und lau­fen her­nach am Ufer des Boden­sees ent­lang lang­sam wie­der in Rich­tung Stadt­mitte, nicht ohne zwi­schen­durch noch Kuchen und Kaf­fee zu tan­ken. Gezwun­ge­ner­ma­ßen ver­leibt sich Herr H. ein Stück Schwarz­wäl­der Kirsch ein, weil die berühmte Haus­torte des Cafés schon aus ist.

Eine Gaddsä aus der Nach­bar­schaft hat übri­gens unsere Auto­an­tenne ange­fres­sen. Die Fuß­spu­ren auf dem Auto­dach waren ver­rä­te­risch, und ich habe eine Ver­mu­tung, wel­ches der drei Tiere in der nähe­ren Umge­bung zu die­sen Fuß­spu­ren gehört. Eben jene Gaddsä kommt am Abend auf der Ter­rasse vor­bei, erschrickt sich aber bei unse­rem Anblick, dreht sofort um und inspi­ziert statt­des­sen die Ter­rasse des Hau­ses nebenan. Ich sag’s noch mal: An mir kann es nicht gele­gen haben 😉

Ich habe an die­sem Tag fest­ge­stellt, dass ich mich schon etwas an den badi­schen Dia­lekt gewöhnt habe. Es ist ein wenig wie Sch’ti. Aber auch nicht wie­der nicht so ganz. Es gibt hier einige regio­nal­ty­pi­sche Worte, die man nicht mal aus dem Kon­text her­lei­ten kann. Man muss sie ken­nen. Manch­mal denke ich auch, dass es dem Säch­si­schen ent­fernt ähn­lich ist (z. B. „blem­blem“ bedeu­tet in bei­den Dia­lek­ten „ver­rückt“).

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