Schwarzwald 2021

Dienstag, 10. August:
Wutachschlucht

Wir wer­den immer ver­we­ge­ner und star­ten zu einer Tour durch die Wutach­schlucht, wel­che sich nur unge­fähr 15 Auto­mi­nu­ten süd­lich von Löf­fin­gen can­yon­ar­tig durch die Land­schaft zieht.

In der Touri-Info in Bonn­dorf werde ich als Städ­ter iden­ti­fi­ziert, weil ich erst kurz vor 12 Uhr nach einem Wan­der­vor­schlag frage. Erfah­rene star­ten wesent­lich eher, auch weil der Wan­der­park­platz in Boll um die Mit­tags­zeit herum schon wei­test­ge­hend aus­ge­las­tet ist. Wir bekom­men die vor­letzte freie Park­lü­cke und stür­zen von da nach unten in die Schlucht. Der Brut­zel­sonne wegen ent­schei­den wir uns nicht für einen Rund­weg um Boll, son­dern wäh­len die 9‑Ki­lo­me­ter-Tour von Boll zur Wut­ach­mühle, von wo uns spä­ter ein Bus – kos­ten­los, weil Kur­taxe-Gäs­te­karte! – zum Auto zurück­brin­gen wird.

Der Abstieg ist schon recht steil, und bereits dort emp­feh­len sich feste Schuhe. Spä­ter braucht man die noch mehr, denn man steigt eigent­lich stän­dig hoch und run­ter, und gerade in den obe­ren Tei­len des Wegs siegt der Schlamm. Der Pfad selbst reicht auf zirka der Hälfte der Stre­cke für eine Per­so­nen­breite; manch­mal ist er unge­fähr drei Schuh­soh­len breit, und an ein oder zwei Stel­len über­klet­tert man Gewässer.

Irgendwo auf der Hälfte der Stre­cke wil­li­gen wir ein, getrennt zu gehen, denn mein Tempo von 4 Stun­den für die 9 Kilo­me­ter ist bekann­ter­ma­ßen ein ande­res und lang­sa­me­res als das mei­ner Frau, wel­che die Stre­cke in etwas mehr als 3,5 Stun­den schafft. Ich muss ja auch keine schwere Foto­aus­rüs­tung mit mir her­um­schlep­pen. Und auch wenn ich ein Kreis­lauf for­dern­des Tempo wähle, bleibe ich doch immer wie­der ste­hen, um zu stau­nen und zu foto­gra­fie­ren. Und ich bin erstaunt über mich selbst: Schlamm, der die Wan­der­schuhe kom­plett und die Hosen bis über die Knö­chel bedeckt, stört mich nicht im gerings­ten! Der trock­net schließ­lich beim War­ten auf den bes­ten Ehe­mann der Welt, wird abge­klopft und teil­weise im Bus gelassen.

Kurz: Die Schluch­ten­wan­de­rung ist schon for­dernd, aber auch loh­nens­wert impo­sant. Men­schen mit einem gespal­te­nen Ver­hält­nis zu anstren­gen­den Wegen rate ich aller­dings inten­siv davon ab. Außer­dem muss adäqua­tes Schuh­werk getra­gen wer­den. San­da­len oder Glit­zer-Snea­k­ers tun es nicht. Und bitte, liebe Eltern mit Kin­dern im Tee­ager­al­ter: Tut Euren Kids keine Wan­de­run­gen auf Mat­sche-Pat­sche-Wegen an! Die Rache der Puber­tie­ren­den wird fürchterlich.

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