Vorgeschichte
Zum Nachlass meines Schwiegervaters gehört eine ukrainische Kamera, auf deren Existenz er mich einige Male deutlich hingewiesen hatte für den Fall der Fälle …
Der Fall war letztes Jahr im November eingetreten, und beim Aussortieren habe ich das antike Stück Technik tatsächlich gefunden: eine ukrainische FED 1 B aus Charkiw, ein Leica-II-Nachbau aus dem Jahr 1937, graviert mit Seriennummer und Hersteller und einem … Moment mal, mit einem originalen Leitz Elmar 50/f3,5 dran? Das kann so eigentlich nicht sein, denn diese Leica-Nachbau-Kameras kamen normalerweise auch mit einem Leica-Nachbau-Objektiv. Eine Rückfrage bei Leica ergab, dass vor vielen Jahrzehnten jemand tatsächlich eine ulkige Bastelarbeit aus einem FED-Bajonet und einem Leitz-Tubus hingelegt hat, die es so wahrscheinlich nicht häufig gibt. Ich habe im Internet nur eine einzige andere FED mit einem Leitz-50/f2-Objektiv gefunden.
Niemand wusste mehr, wann diese Kamera das letzte Foto gemacht hat, ob sie noch funktioniert, ob man noch Bilder herauskitzeln kann. Der Verschluss sah aber noch heil aus und klang ganz passabel, der Messucher funktionierte noch. Also Film gekauft, und los ging es. Der erste Test mit einem billigen Kodak-Farbfilm war nur gedacht, um herauszufinden, ob da überhaupt noch etwas Entwickelbares entstand. Da Rossmann für Analogfotos ewig braucht, habe ich drei Wochen warten müssen, bis dann klar war: Ja, man kann mit der FED noch Bilder machen!
Spaziergang am 15. und 16. Juni 2025
Deshalb ging Mitte Juni ein Schwarzweißfilm durch die Kamera und dann direkt zu einem Fotolabor um die Ecke, welches zwei Tage später bereits den Film entwickelt und die gescannten Bilder geschickt hatte. Und hier sind sie – Nostalgie pur!