Vorgeschichte
Nachdem ich mit der FED Lust auf die analoge Fotografie bekommen hatte, kam mir eine Kamera in den Sinn, welche mir von meinem Vater hinterlassen wurde.
Es geht um eine Werra 1c mit einem Tessar 50/2,8 aus dem Eisfelder Werk von Carl Zeiss Jena, gebaut irgendwann zwischen 1961 und 1964. Diese Kamera ist schon seit Ewigkeiten in meiner Familie – bereits mein Großvater war damit unterwegs und dokumentierte seine Reisen, meist als Diapositive. Einige davon sind auch heute noch in einem Karton gelagert, ich müsste sie nur mal wieder durchsehen … Die Werra ist ein wunderbar einfacher Kasten. In der Kopfplatte befinden sich lediglich Auslöser und Sucher. Der Aufzug geschieht mit einem Ring um das Objektiv. Die Bodenplatte enthält die anderen wichtigen Elemente wie Bildzählwerk, Rückspulkurbel und Blitzsynchroneinstellung. Die Fokusierung geschieht ausschließlich per Entfernungseinstellung am Objektiv; man muss im Nahbereich also gut schätzen oder besser gleich messen, denn eine optische Fokushilfe wie bei der FED gibt es nicht. Die Objektivschutzkappe dient, sobald man den kleinen Frontdeckel abgeschraubt hat, als Streulichtblende.
Die Werra machte auf den ersten Blick jedenfalls einen ebenfalls intakten Eindruck, bis auf den Selbstauslöser – der läuft nicht mehr ab, was aber verschmerzbar ist. Also habe ich der Kamera für einen ersten Test einen Kentmere Pan 400 gegönnt und bin damit ein weitere Runde durch Dresden gelaufen. Die Scans stammen diesmal nicht vom Negativ, sondern von Ausbelichtungen, die Qualität ist deshalb nicht allzu berauschend. Aber: Die Kamera funktioniert ebenfalls noch!