Donnerstag, 8. August:
Glauberg
Heute wird es keltisch, denn wir reisen auf besonders nachdrücklichen Wunsch einer einzelnen Dame nach Glauberg, wo vor Jahren jemand vom Flugzeug aus einen komischen großen Kreis im Feld entdeckt hat, welcher sich im Nachgang als Grabhügel nebst mehreren Gräbern anbei herausstellte und wo die lebensgroße Steinfigur des Mannes mit der Mistelkrone gefunden wurde.
Das Museum zum Keltenort gibt schon einiges her, und anschließend kann man auf dem darüberliegenden Plateau einen ungefähr zwei Kilometer langen Rundgang durch die Reste keltischer und späterer Bebauung (staufische Siedlung und Burg aus dem 13. Jahrhundert) machen. Theoretisch gibt es eine App, mit der man an bestimmten Wegpunkten mittels AR (Augmented Reality) noch künstliche Bilder über die Kamera-Ansicht projizieren lassen kann; praktisch scheint die App aber alt zu sein, denn auf meinem Smartphone lässt sie sich nicht mehr installieren. Und Frau R. sieht überall nur den stets gleichen Sitzschemel neben einer Feuerstelle. Kann aber auch daran liegen, dass man sich Zentimetergenau an der Stelle befinden muss, an der man die Bilder projizieren kann. Wahrscheinlich bin ich zu schnell oder zu „flatterhaft“ für das GPS. Am Grabhügel hat’s jedenfalls wieder funktioniert. Und so konnte ich mir auf dem Bildschirm des Smartphones die Fundsituaton im Grabhügel aus verschiedenen Blickwinkeln ansehen.
Als Siedlung hatte sich das Plateau schon vor langer Zeit erledigt; sogar die Römer haben mittels einer kleinen Besatzung die Ortsansässigen vertrieben und vom Siedeln auf diesem günstig gelegenen Platz abgehalten. Später wollte man keine Konkurrenz zu den umliegenden Orten wie z. B. Büdingen, und somit war der Glauberg uninteressant geworden.
Der Grabhügel neben dem Museum kann beklettert werden, eine Doppelgrabenanlage verlief von dort noch ein paar hundert Meter weiter als heute. Schöner Ort, schöner Blick über die Landschaft … Und wer Spaß an historischem Wissen hat, ist hier genau richtig.