Hain-Gründau, Hessen 2024

Donnerstag, 8. August:
Glauberg

Heute wird es kel­tisch, denn wir rei­sen auf beson­ders nach­drück­li­chen Wunsch einer ein­zel­nen Dame nach Glau­berg, wo vor Jah­ren jemand vom Flug­zeug aus einen komi­schen gro­ßen Kreis im Feld ent­deckt hat, wel­cher sich im Nach­gang als Grab­hü­gel nebst meh­re­ren Grä­bern anbei her­aus­stellte und wo die lebens­große Stein­fi­gur des Man­nes mit der Mis­tel­krone gefun­den wurde.

Das Museum zum Kel­ten­ort gibt schon eini­ges her, und anschlie­ßend kann man auf dem dar­über­lie­gen­den Pla­teau einen unge­fähr zwei Kilo­me­ter lan­gen Rund­gang durch die Reste kel­ti­scher und spä­te­rer Bebau­ung (stau­fi­sche Sied­lung und Burg aus dem 13. Jahr­hun­dert) machen. Theo­re­tisch gibt es eine App, mit der man an bestimm­ten Weg­punk­ten mit­tels AR (Aug­men­ted Rea­lity) noch künst­li­che Bil­der über die Kamera-Ansicht pro­ji­zie­ren las­sen kann; prak­tisch scheint die App aber alt zu sein, denn auf mei­nem Smart­phone lässt sie sich nicht mehr instal­lie­ren. Und Frau R. sieht über­all nur den stets glei­chen Sitz­sche­mel neben einer Feu­er­stelle. Kann aber auch daran lie­gen, dass man sich Zen­ti­me­ter­ge­nau an der Stelle befin­den muss, an der man die Bil­der pro­ji­zie­ren kann. Wahr­schein­lich bin ich zu schnell oder zu „flat­ter­haft“ für das GPS. Am Grab­hü­gel hat’s jeden­falls wie­der funk­tio­niert. Und so konnte ich mir auf dem Bild­schirm des Smart­phones die Fund­si­tua­ton im Grab­hü­gel aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln ansehen.

Als Sied­lung hatte sich das Pla­teau schon vor lan­ger Zeit erle­digt; sogar die Römer haben mit­tels einer klei­nen Besat­zung die Orts­an­säs­si­gen ver­trie­ben und vom Sie­deln auf die­sem güns­tig gele­ge­nen Platz abge­hal­ten. Spä­ter wollte man keine Kon­kur­renz zu den umlie­gen­den Orten wie z. B. Büdin­gen, und somit war der Glau­berg unin­ter­es­sant geworden.

Der Grab­hü­gel neben dem Museum kann beklet­tert wer­den, eine Dop­pel­gra­ben­an­lage ver­lief von dort noch ein paar hun­dert Meter wei­ter als heute. Schö­ner Ort, schö­ner Blick über die Land­schaft … Und wer Spaß an his­to­ri­schem Wis­sen hat, ist hier genau richtig.

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