Freitag, 16. August:
Bad Orb
Letzter Urlaubstag in Hessen – wir reisen, nachdem wir in Steinau bei Fink noch einmal leckere Brötchen eingesammelt haben, in den Trinkkurort Bad Orb. Der hat eine überschaubare, zu Teilen alte Innenstadt, in der sich Leerstand und enges Miteinander abwechseln. Das Quellwasser muss man probiert haben, um herauszufinden, dass man es probiert haben muss. Ich will spontan zurück an die Wasserstelle nach Gerolstein und kratze mir das Salz von der Zunge. Hui, 200 Milliliter empfohlene Tageshöchstmenge für Personen mit mehr als 50 Kilogramm – ich würde nicht die Hälfte davon herunter bekommen. Geradezu lächerlich zu dem Gebräu aus Glaubersalz, dass jedes Jahr den Auftakt zu meiner Fastenwoche gibt!
Das Beste an Bad Orb ist das alte Gradierwerk, eine ungefähr 150 Meter lange Holzhalle, an deren Seitenwänden aus Moos und Wurzeln Salzwasser nach unten rieselt. Man läuft durch einen wunderbar kühlen Tunnel und atmet die feuchte und salzhaltige Luft ein, und das ist wirklich richtig, richtig schön! Oh ja. Die Bronchien und die Nebennasenhöhlen haben gejubelt. Und ich denke, wenn man am Tag mehrmals durchgeht, hat sich eine sichtbare Salzkruste gebildet.
Der einzige offene Pappert-Bäcker, den wir kurz vor der Abfahrt finden, hält ein wieder einmal überschaubares Angebot an Kuchen bereit, aber egal – Hauptsache Kuchen.
Wir rollen nur noch flink zum Bad Orber Wartturm, der sich im Gegensatz zu dem in Gelnhausen als Turm mit einem weiten und schönen Ausblick herausstellt. Laut Erklärtafel der beste Überblick über den Spessart. Vor lauter Freude mache ich zwar Aufnahmen von der Stadt, aber nicht vom Turm; der sieht jedoch mehr oder weniger so aus wie das Äquivalent in Gelnhausen, nur dass eine Treppe außen nach oben führt.
Und das soll es mit Ausflügen für dieses Jahr gewesen sein.