Dienstag, 5. August:
Nideggen
Burg Nideggen ist uns am Anreisetag beim Vorbeifahren aufgefallen, und weil Nideggen auch direkt um die Ecke liegt, probieren wir es nochmal mit einer Burg.
Wir parken direkt neben der Touristeninformation, und als Stadtwanderkarte bekommen wir etwas in der Anmutung eine vergrößerte Kopie aus einem größeren Kartenplan oder einem Screenshot von Google Maps – keine Ahnung. Hilfreich ist das Blatt nicht, andererseits ist Nideggen auch alles andere als groß, zumindest was den historischen Kern vor der Burg betrifft. Wir mäandern also auf eigene Faust, verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Und wir stehen etwas eher als erwartet dann schon vor der Burg.
Diese wurde leider im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, sodass nur noch eine Teil der Außenmauern erhalten ist und man lediglich einen alten Turm wieder rekonstruiert und einen anderen Turm als Aussichtsplattform hergerichtet hat. Keine Ahnung, was an Burg Nideggen so wichtig war, dass man sie zu Klump bomben musste, aber so ist es nun einmal.
Immerhin befindet sich im Turm eine Ausstellung über mehrere Etagen, welche man über bequemen Wendeltreppen erreichen kann statt über die alten Stiegen. Im Turmkopf findet man einen mittelarlterlichen „Markt“ mit ein paar typischen „Markständen“ – für Kids sicher spannend, für die Erwachsenen tut es die Aussicht. Übrigens waren die Salzblöcke beim „Salzhändler“ echt. Was? Man war zum Mitmachen aufgefordert. Und wie soll um die Ware gefeilscht werden, wenn man die Qualität nicht kennt!
Von ganz oben steigt man dann über steile und noch steilere Treppen nach ganz unten, wo sich die Schlosskapelle und sinnvollerweise gleich nebenan das ehemalige Verlies direkt unter dem Gerichtssaal befinden. Im Verlies steht ein sehr großer Querschnitt des Kölner Doms, komplett errichtet aus Legosteinen in langwieriger Kinderarbeit – 10 Schüler und Schülerinnen haben fünf Jahre lang jeweils zwei Stunden pro Woche daran gewerkelt, und der Projektleiter hat die wirklich kniffligen Sachen wie zum Beispiel die Lego-Kirchenfenster gebastelt.
Vor der Burg steht noch eine schnell besichtigte Kirche, und mehr oder weniger in Rufweite ist auch schon unser Auto, mit dem wir wieder zeitig genug für einen Lesenachmittag nach Hause rollen.