Dienstag, 12. August:
Aachen
Ach, aach, Aachen! Die alte Kaiserstadt. 2019 hatten wir den Besuch dort nicht
geschafft, die Anreise wäre zu lang gewesen. Dieses Jahr kostet und die Strecke nur 40 Minuten. Und weil die Temperaturen jetzt auch hier in den heißen Bereich gehen, beschließen wir einen Städteausflug mit genug Möglichkeiten für eine kleine Abkühlung zwischendurch.
Aachen hat eine bemerkenswert lange Geschichte, und entsprechend lang ist auch die Liste der Sehenswürdigkeiten. Es wären sicher noch mehr, wenn Deutschland 1933 nicht die Nazis an die Macht gewählt und sich damit keine zehn Jahre später verheerende Luftangriffe auch auf dieses Kleinod deutscher Historie eingehandelt hätte.
Aber es reicht für eine Tour auf den Spuren Karls des Großen durch die Innenstadt. Auf dem Marktplatz angekommen, überraschen uns die ersten Nieselregentropfen, seit wir in der Eifel angekommen waren. Wir klettern vorsorglich unter ein Gerüst am Rathaus, gehen dann noch die Treppe hoch, und ich spicke flink in den Eingangsbereich. Hm, man könnte sich das Rathaus auch anschauen. Kostet 10 Euro pro Person. Aber: nicht heute – heute ist der Besuch aus unbekannten Gründen kostenlos! Manchmal hat man eben Glück, und so durchlaufen wir diverse Etagen und Räume des alten, nach dem Krieg zu großen Teilen wiederhergestellten Bauwerks, stehen im Saal, in dem jährlich der Karlspreis verliehen wird, finden schon mal einen Teil des Domschatzes, der in einer Nische dieses Saals ausgestellt wird – und überstehen ganz nebenbei die 15 Minuten mit dunkleren Wolken draußen. Als wir das Rathaus verlassen, scheint wieder die Sonne …
Weiter geht es hin und her, und vor dem Besuch des Doms geben wir uns in der Domschatzsammlung die volle Dröhnung Gold, Silber, Tuch, Knochen und andere Dinge, die ganz bestimmt authentische und echte Reliquien sind. Aber uns kann nichts schocken, zumindest was Edelmetalle und Edelsteine betrifft – wenn man in der Stadt des Grünen Gewölbes aufgewachsen ist, liegt die Messlatte eben verdammt hoch. Und es ist kalt. Verdammt kalt! Mindestens 10 Grad kälter als draußen. Tatsächlich sind es laut Ausstellungsthermometer im Foyer 18,2 Grad, also eher 15 Grad weniger als im Freien.
Zum Schluss noch ein Besuch im Dom selbst – wir verzichten auf eine Führung und gehen nur eigenverantwortlich eine Weile durchs Erdgeschoss. Wir sehen weder Thron noch Mosaik-Maus, aber wir sind mittlerweile auch etwas fußlahm und nicht mehr so aufnahmebereit für Informationen …
Der Abend bringt eine technische Überraschung: Unser Reise-Laptop verstirbt unrettbar. Aber wenigstens hatte ich gestern bereits den ersten Teil des getippten Reiseberichts und der Fotos auf einen Stick kopiert!